ich beschreib dir den flügel kurz:

Für eine Ausstellung im Klangturm St. Pölten mit dem Titel "Metall klingt" wollte ich einen Flügel mit einer Metallplatte als Resonzkörper ausstatten.

Ich hab den Resonanzboden herausgerissen, dann habe ich ihn aufgeschlitzt, eine Schablone gemacht und einen Metallresonanzboden angefertigt (das Motto meiner Ausstellung im Klangturm war: Metall klingt), den man seitlich einfach ins Instrument schieben kann und mit dem Steg verschrauben kann. Aber es klingt nicht sehr spannend.


Dann hab ich weiterprobiert. Kurz vor Ausstellungseröffnung nachdem ich viele Versuche mit Warmwasserboilern, Kochtöpfen, Dosen,... gemacht habe wollte ich schon beinahe aufgeben. Ich lud Chris Janka ein sich meine Versuche anzuschauen. Ich hatte zwei Dosen im Kellergang hinter der Klavierwerkstatt aufgehängt und mit Saiten im Flügel verbunden. Da war etwas. Chris meinte, daß ich diese Methode doch über das ganze Instrument ausdehen solle. Das Instrument war geboren.
Nun sieht es so aus: Ich hab ganz dünnen Hammerklavierdraht in die Saiten des Flügels geknotet und durch den Raum gespannt. die Saiten enden in Dosen, die ich angebohrt habe. Die Dosen werden mittels Fahrradspannern gespannt(das hat genau den richtigen Zug- das ganze funktioniert nur mit einer bestimmten Zug und einem bestimmten Durchmesser der Saiten, die durch den Raum gespannt werden).
OK: wenn man nun eine Taste drückt kommt der Ton vom Dosenresonanzboden irgendwo im Raum und kaum aus dem Klavier. Und das bei jedem Ton.
Ich weiß nicht ob sich das logisch anhört. Finde ich eigentlich immer noch nicht. Ist aber so.
Durch die langen Drähte im Raum- auf dem Kleylehof ca: 2-4 Meter- wird zwar der Grundton aber auch viel mehr Obertöne zum klingen gebracht wie beim Klavier. Durch verschiedene Arten der Stimulierung des Tons, oder auch durch die Dauer der Stimmulierung, und durch Resonanz mit anderen Saiten und Dosen schalten sich teilweise Obertöne hinzu oder gehen weg.
Nicht nur, daß ich es irgendwie geschafft habe, den Klang in den Raum zu transferieren. Die einzelnen Töne werden auch viel modulierbaren, wenn auch teilweise etwas unberechenbar. NA ja, es ist auf alle Fälle ein Instrument zum improvisieren.
Es schafft auch absolut neue Möglichkeiten des inside-spiels.. Wenn Du die Saite im Instrument z.b. mit einer Feder streichelst hörst du aus dem Raum den Klang der Saite des Instruments. Das ist schon irre.
Ich hab das Instrument ziemlich freigegeben. Das heiß z.b., daß ein Stimmhammer im Flügel liegt. Die Leute sollen endlich wieder dazu kommen, "ihr" Instrument zu stimmen, wie es eigentlich jeder Instrumentalist machen muß.
Das Instrument ist auf alle Fälle als Klavier über die Tasten bespielbar.

Ein Klavier kann normal schon sehr mühsam sein, vor allem wenn zuviele Töne gespielt werden. Bei diesem Instrumentist das noch viel extremer. Es zwingt sozusagen zur Reduktion. Mir passiert es manchmal, daß ich an einem Ton hängen bleibe. Das hört sich vielleicht komisch an, aber es gefällt mir. Bei einem normalen Klavier an einem Ton hängen zu bleiben, kann ich mir nicht vorstellen.

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